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Grundwissen über das Tauchen
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von Albert G. Paulisch
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Gut Luft,
auf dieser Seite will ich Ihnen einige Grundlagen des
Tauchhobbys vorstellen.
Nebenstehend sehen Sie mich im “Shorty”, einem kurzen
Neopren-Tauchanzug, der hauptsächlich für die Tropen gedacht
ist. Wenn man in den hiesigen Breiten taucht, dann zieht man aus
Wärmegründen den (langen) halbtrockenen Neoprenanzug oder aber
einen Trockentauchanzug an, in dem man gänzlich trocken bleibt
und in dem man einen Overall, ggf. zusätzlich lange
Unterwäsche, tragen kann.
Beobachtet man Taucher im Fernsehen, sieht alles so einfach aus. Doch Tauchen erfordert viel Übung und ein großes Maß an mentaler Selbstdisziplin. Und wenn man im 18m Wassertiefe plötzlich ein panikartiges Gefühl bekommt, muss man sich zur Ruhe zwingen und darf nicht einfach auftauchen. |
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Als ich bei Druckausgleichsproblemen - als Anfänger - einmal aus 8m
zu schnell aufgetaucht bin, wurde das mit einem nie erlebten
Drehschwindel quittiert. Doch beachtet man seine Grenzen, taucht lieber
vorsichtig und ruhig, nimmt man sich nicht zu viel vor und taucht grundsätzlich
immer nur zu zweit, dann bedeutet Tauchen ein hinreichend sicheres,
wunderschönes Abtauchen in eine andere Welt. |
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Was ist dort anders? Zum einen: man bekommt
keine Luft. Deshalb muss man sich seine Luftversorgung
mitnehmen. Dazu verwendet man im Regelfall Druckflaschen mit 10
l Inhalt, mit auf ca. 200 bar komprimierter (normaler) Luft.
Daran wird ein Druckminderungssystem angeschlossen, das mit dem
sog. Lungenautomaten endet, den man zum Atmen im Mund hat.
Weiter ist daran ein Octopus angeschlossen. Das ist ein zweiter
Lungenautomat für den Notfall (und sei es für den Notfall des
Tauchpartner). Ferner ist die Tarierungsweste (s.u.) und die
Konsole angeschlossen, in der u.a. ein Flaschendruckmanometer
integriert ist, um den Luftvorrat kontrollieren zu können.
Unter Wasser herrscht ein erheblicher (Wasser-)Druck. An der Oberfläche haben wir je nach Wetterlage einen Druck von ca. 970 - 1.030 mbar, jedoch herrscht in 10m Wassertiefe einen solcher von 2.000 mbar, in 40m Tiefe 5.000 mbar.
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Ich bin bisher max. 34m tief getaucht.
Durch den Druck wird/würde die Luft (z.B. die Lunge) bei 10m Tiefe auf
die Hälfte ihres Volumens zusammengedrückt, bei 30m Tiefe auf 25% des
Volumens an der Oberfläche. Der Lungenautomat muss das kompensieren,
d.h. in z.B. in 20m Tiefe mir 3 bar Luftdruck zum Atmen geben. Wichtig
ist, dass der Gang vom Mund/Rachenraum in das Ohr offen ist, damit im
Ohr ein Druckausgleich stattfinden kann, denn sonst würde das
Trommelfell vom Wasserdruck (ein-)gedrückt, mit fatalen Folgen für das
Gleichgewichtssystem.
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Unter Wasser muss man versuchen zu schweben,
d.h. weder wie ein Stein nach unten sinken, noch permanent nach
oben driften. Das erreicht man durch eine ausgewogene Tarierung.
D.h. man muss so viel Blei umbinden, um sinken zu können und
die Tarierweste (Jacket) so wenig aufblasen, dass man nicht
ungewollt hochsteigt.
Gegen die Kälte des Wassers hat man einen Neoprenanzug an.
Dieser besteht aus abertausend Luftbläschen.
Nun werden diese mit zunehmender Tiefe und damit auch mit zunehmendem (Wasser-)Druck zusammengepresst, d.h. sie verlieren an Auftrieb. Dadurch sinkt man, je tiefer man kommt, um so stärker ab. Dieses muss mit der Tarierungsweste ausgeglichen werden. Über den Inflatorschlauch wird sie mit Luft aus der Pressluftflasche gefüllt. Diese ihrerseits wird auch je mehr zusammengepresst, je tiefer man kommt. |
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Beim Absinken muss also Luft nachgefüllt werden,
damit neutralen Auftrieb behält. Beim Auftauchen muss man Luft
rauslassen, damit es nicht immer schneller aufwärts geht. Die
Feintarierung erfolgt über die Lunge, d.h. will man etwas aufsteigen,
atmet man etwas tiefer ein, will man etwas sinken, atmet man etwas stärker
aus und dann flacher.
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Auf- und Abtauchen ist ein weiteres Problem
beim Tauchen. Insbesondere dem Anfänger fällt es oft sehr
schwer, geringfügiges Auftauchen oder Abtauchen festzustellen,
weil der Druckmesser in der Konsole nur eine recht grobe
Einteilung hat und wenn man nicht gerade über dem Boden oder an
einer Steilwand entlangtaucht, hat man wenig Bezugspunkte,
Tiefenänderungen zu merken.
Hier ist ein Tauchcomputer sehr hilfreich, der die Tauchtiefe
auf 0,1m genau anzeigt, so dass man sehr gut sehen kann, ob man
steigt oder sinkt. Des Weiteren warnt der Computer auch
akustisch, wenn man schneller als 7m/Min. sinkt oder steigt. Ferner zeigt er die bisher erreichte
Maximaltiefe an.
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Tauchcomputer
am Beispiel Aladin Air X
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Luftintegrierte Computer können den
Flaschendruck in ihre Berechnung einbeziehen. Über einen Sender
am Druckminderer oder einen Luftdruckschlauch zeigt der
Tauchcomputer dann den aktuellen Flaschendruck an, sowie die Restluftzeit, d.h. die Zeit , die man bei
dieser Tiefe und bei diesem Luftverbrauch noch luftmäßig unter
Wasser bleiben könnte.
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Wichtig ist die Anzeige der Null-Zeit. Taucht
man, baut sich im Körper Stickstoff auf. Hat man zuviel
Stickstoff im Blut angesammelt, darf man nicht sogleich an die
Oberfläche aufsteigen, sondern muss einige Zeit in einer
bestimmten Tiefe verharren, damit sich der Stickstoff abbaut.
Wir Sporttaucher sollten nur so tauchen, dass Deko-Stops nicht
erforderlich sind. Der Stickstoffgehalt baut sich erst über
Stunden ab. Taucht man mit Reststickstoff, ist die Null-Zeit
beim nächsten Tauchgang geringer. Auch das berechnet der
Computer.
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Beim Tauchtraining im
Sprungbecken des Freibades
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Wegen des Stickstoffgehalts im Blut sollte
man die letzten 24 Stunden vor dem Heimflug tauchfrei lassen,
denn durch das Fliegen steigt man luftdruckmäßig ca. 2500m
hoch (nur ca. 750 mbar). Schließlich kann man den Tauchcomputer
an den häuslichen Computer anschließen und so jeden Tauchgang
nachvollziehen. Dann rechnet der Computer auch den jeweiligen
Luftverbrauch aus und zeigt die geringste Wassertemperatur an.
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Während die Wassertemperatur auf den
Malediven bei ca. 28-290C liegt, ist sie in
Deutschland erheblich niedriger. In Hemmoor, DEM Tauchsee in
Norddeutschland beträgt die Wassertemperatur in 20m Tiefe ca. 70C.
Da Luft bei Ausdehnung (im Druckminderer bei Luftverbrauch) abkühlt,
ist es hier wichtig, vereisungsfreie Gerätschaft zu haben,
sonst kann das Luftsystem zufrieren.
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Um selbst warm zu bleiben trägt man einen
langen Neoprenanzug, entweder als Nassanzug, (Wasser fließt
rein, wärmt sich vom Körper auf, mittlerer Wasseraustausch,
d.h. kaltes fließt rein), einen Halbtrockenen (mit geringem
Wasseraustausch), oder einen Trockenanzug.
Eine weitere Besonderheit ist das Licht unter
Wasser. Wasser filtert die Farben je nach Tiefe heraus. Als
erstes wird Rot ausgefiltert, als letztes wird Blau ausgefiltert
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Wenn man eine Unterwasserkamera hat, muss man deshalb
alleine zur Farbenerhaltung ein Blitzlicht verwenden und ganz nah an das
Objekt ran. Zum Sehen ist es aber - zumindest auf den Malediven - noch
in 30m ausreichend hell, auch wenn nicht mehr sehr farbenfroh.
Tauchen ist ein wunderschöner Sport. Die
Unterwasserwelt, d.h. das Lichtspiel, der Unterwasserwald in Hemmoor,
die Fische, die silberne Wasseroberfläche sind einfach wunderschön.
Gigantisch ist es aber, die Vielfalt der Rifffische zu sehen, mit
Schildkröten und Mantarochen mit 3,50m Spannweite zu tauchen, oder in
der Ferne einen Hai zu sehen. Nur gut, dass ich eine Taucherbrille mit
geschliffenen Gläsern habe!
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